Nach einer unruhigen Nacht mache ich mich um kurz vor Sieben mit der Kamera "bewaffnet" auf den Weg zum Frühstück. Unterwegs treffe ich eine Pfauenfamilie mit sechs kleinen und noch unscheinbaren Kindern. Auch das Krokodil döst im See. Es handelt sich aber glücklicherweise um ein offenbar doch recht entspanntes Exemplar, denn es nimmt keinerlei Notiz von uns.
Nach dem Frühstück machen wir uns dann auf den Weg, um den Sigiriyafelsen zu besteigen. Angeblich sollen die Temperaturen zu dieser frühen Morgenstunde noch angenehm kühl sein. aber irgendwie habe ich noch immer das Gefühl, in einem Treibhaus zu stehen. Wirklich kühl wird es nachts nämlich nicht. Egal, denke ich mir, da muss ich jetzt durch. Viel mehr Sorgen macht mir ohnehin der Aufstieg auf den Felsen. Ich hatte mich bereits im Vorwege informiert und erfahren, dass der Aufstieg doch recht abenteuerlich sein soll. Erst mal schlendern wir allerdings durch den unteren Garten in dem Wasserbecken angelegt sind. Wir erfahren von Don Victor, dass die Becken mit den Fontänen bereits vor über 1000 Jahren angelegt wurden und nach Renovierungsarbeiten bei Regen noch immer funktionstüchtig sind und Wasser speien. Wir sind trotz der frühen Morgenstunde bei Weitem nicht die einzigen Besucher - wohl aber die einzigen Weißen weit und breit. Es strömen hauptsächlich singhalesische Familien zum Felsen. Auf geht es nun also zur Besteigung. Am ersten Haltepunkt sagt Susanne, dass Sie bereits bei Ihrer letzten Reise auf dem Felsen war und an diesem Punkt warten wolle.Mir kommt dies ob meiner Höhenangst durchaus gelegen und auch ich entscheide mich hier zu bleiben.Sanjeewa und Don Victor
überreden mich dann aber doch weiterzugehen - ich müsse schließlich die Felsenmädchen und die Spiegelmauer sehen. Ok dann also weiter, Augen zu und durch. Um zu den Felsenmädchen zu gelangen passiert man eine abenteuerliche Wendeltreppe, die direkt an den senkrecht aufsteigenden Felsen gebaut wurde. Immerhin ist sie noch durch ein Metallgitter gesichert. Dafür ist es recht windig und auf der Treppe herrscht ein großes Getümmel. Ich bin froh, diese heil passiert zu haben und schwöre mir insgeheim, diese Treppe nie wieder zu betreten. Ich muss jedoch zugeben, dass sich der Weg gelohnt hat, denn die auf den Stein gemalten Wolkenmädchen sind wirklich Sehenswert. Auf dem Plateau mit den Löwenklauen machen wir eine kurze Rast um dann endlich den letzten Teil aufzusteigen. Bei dem Gedrängel und der Konstruktion der Treppe wird mir dann aber doch zu mulmig und nach dem ersten Teil der Treppe kehre ich um und warte auf dem Plateau. Ich bin allerdings nicht alleine, denn Thomas geht es genau wie mir und wir warten gemeinsam. Ich lichte dafür einige der Singhalesischen Besucher ab. Toll sind die Kinder, welche auf mich zustürmen und fotografiert werden wollen als Sie mich und meine Kamera entdecken. Immer mehr kommen auf mich zugelaufen und werfen sich in Pose. Nachdem auch der Rest unserer Truppe wieder bei uns war, stiegen wir wieder hinunter und besichtigten auch noch den Rest der Anlage. Zwischen den großen Felsblöcken am Fuße des Felsens haben sich auch einige Bettler aufgestellt. Ein heftiges innerliches Schmunzeln löste ein älterer Mann mit Krücken in mir aus als er mir Bilder anbot, ich verneinte und er mich ganz sachlich fragte: "Why ?" Das war mir auch noch nicht passiert. Ich muss allerdings zugeben, dass ich die bettelnden Menschen nicht wirklich als anstrengend empfunden habe, da in aller Regel ein nein ausreichend ist. Wir verließen die Anlage um zu unserer ersten Hotelbesichtigung an diesem Tag zu starten. Erstes Hotel an diesem Tag war das Hotel Sigiriya. Ein wirklich empfehlenswertes Hotel für Ausflüge in Sigiriya da es unmittelbar am Felsen gelegen ist. Gleich nebenan liegt das Hotel Sigiriya Village. Auch dieses Hotel ist eine gute und günstige Wahl für einen Aufenthalt um Sigirya zu erkunden. Beide Hotels sind gute und saubere Mittelklassehotels mit je drei Sternen.
Weiter geht es nun in Richtung Kandy. Gegen Mittag legen wir einen Zwischenstopp in einem der unzähligen Gewürzgärten ein. Diesen besichtigen wir zunächst, lassen uns die verschiedenen Heilmittel vorführen - unter anderem eine Haarentfernungscreme a la "Pilca in natürlich". Susanne ist interessiert meint aber, Sie will erst die Wirkung testen. Axel ist schnell als "Opfer" auserkoren und nun sitzt er mit Enthaarungscreme an der Wade und lauscht dem weiteren Vortrag. Nach Beendigung des Vortrages stürmt eine Gruppe Mitarbeiter des Gartens den Pavillon um uns mit einer kurzen Kopf -und Nackenmassage zu verwöhnen. Ca. 20 Minuten später, auf dem Kopf nun völlig wild aussehend, wird Axel von der Enthaarungscreme befreit - tatsächlich verliert er auch einen Teil seiner Behaarung an der Wade. Gut, wir sind überzeugt und kaufen also ein wenig in dem kleinen Laden. Wir erhalten zwar einen Rabatt aber vermutlich zahlen wir noch immer viel zu viel. Danach gibt es im integrierten Restaurant ein Lunch mit viel, viel verschiedenen Curries. Nach dem Essen geht es weiter nach Kandy. Wir treffen am Nachmittag dort ein und schlendern ein wenig durch den Ort. Start des Stadtspaziergangs ist die Kreuzung vor dem Zahntempel. Wir gehen kurz in das Queenshotel- wohl ehemals das erste Haus am Platz. Das muss allerdings schon länger her sein, denn das alte Gebäude im Kolonialstil ist doch schon recht heruntergekommen. Allerdings findet dort gerade eine Hochzeit statt, der wir kurz beiwohnen. Weiter geht es kurz darauf in Richtung Bahnhof auf einen kleinen Markt in der Nähe des Bahnhofs. Überwältigend ist das Angebot an frischem Obst. Von Ananas bis Rambutan ist alles in Hülle und Fülle vorhanden. Zurück am Bus fahren wir zum nächsten Stopp - eine Hotelbesichtigung des Serene Garden Hotels in Kandy. Dieses befindet sich oberhalb des Zahntempels und in in herrlicher Lage am Hang gelegen. Man hat von hier aus einen schönen Blick über Kandy. die Zimmer sind ein wenig klein geraten, aber auch dieses Hotel ist picobello sauber. Nach einer kurzen Teepause fahren wir weiter um uns die Tanzshow der bekannten Kandy Tänzer anzusehen. Bereits im Dunkeln verlassen wir Kandy um zu unserem nächsten Hotel zu gelangen. An diesem Tag ist Poya Feiertag - der Tag des Vollmonds. Dadurch dass überall auf den Straßen gefeiert wird kommen wir nur sehr, sehr langsam voran. Die Beschaffenheit der Straße - es geht in Serpentinen auf ca. 1200 Meter Höhe - verzögert die Ankunft ebenfalls. Endlich kommen wir im Hotel an und werden auch hier wieder aufs herzlichste begrüßt. Hier hat man uns zu "Ehren" sogar ein Transparent über den Haupteingang platziert. Wir beziehen unsere Zimmer und treffen uns eine halbe Stunde später im Restaurant zum Dinner. Auch an diesem Abend gehen wir recht früh schlafen, denn am kommenden Morgen steht um sechs Uhr das Treffen zur Dschungeltour an...